Die Pionierin des Weltraum-Tourismus

 Jungunternehmerin auf Höhenflug: 

 Die Pionierin des Weltraum-Tourismus

 

 2010 wird die 33Jährige Sonja Rohde an Bord des SpaceShipTwo, des ersten privaten Raumschiffs von Sir Richard Bransons Moonliner Virgin Galactic, ins Weltall fliegen. Rund 200.000 Dollar wird sie dieser Space-Trip kosten. Sonja Rohde zählt zu den ersten 84 Pionieren, den so genannten Foundern. In Ihrer Gesellschaft sind auch Prominente, wie der Wissenschaftler Stephen Hawking...

 Sonja Rohde - Die erste deutsche Frau im Weltall: Sie werden Geschichte schreiben. Was möchten Sie, was über Sie in den Geschichtsbüchern steht?

 

Sonja Rohde: In erster Linie geht es ja um die Tatsache, dass ich als erste Deutsche ins Weltall geflogen bin. Natürlich wäre es schön, wenn auch mein Beitrag zu Liberalisierung des Weltraums und zur Geburt der privaten Raumfahrt erwähnt würde, in der es nicht zuletzt um den technischen Fortschritt geht. Schließlich leisten wir Founder einen wesentlichen Beitrag zu dieser Unternehmung – und der ist bei weitem nicht nur finanzieller Natur. Es gehören auch Mut und viel Leidenschaft für die Raumfahrt dazu.

 

Sie waren ja schon als Kind vom Weltall fasziniert, hatten einen Sternenhimmel mit Leuchtsternen über ihrem Bett, sahen die Sendung „Spacenight“.

 

Es ist wirklich ein großer Zufall, dass die Realisierung Ihres Traums von einer Reise ins All ausgerechnet auf einer Safari in Afrika ihren Anfang genommen hat.

 

Sonja Rohde: Ja, diese Begegnung muss Schicksal gewesen sein. Mitten im Busch lief mir Richard Branson über den Weg und bei einem gemeinsamen Abendessen kam die Sprache dann auf Virgin Galactic. Ich habe ganz spontan zu diesem Abenteuer „ja“ gesagt.

 

Wie haben Sie ihm „verkauft“, dass er ausgerechnet Ihnen einen Platz zugestehen muss?

 

Sonja Rohde: Gott sei Dank war ich in der glücklichen Lage, Sir Richard nichts „verkaufen“ zu müssen. Er hat gleich gemerkt, dass bei mir der Funke überschlug und mich das Thema Weltraum schon ein Leben lang begeistert hat. Außerdem ist Branson ein brillanter Geschäftsmann. Sicherlich hat ihm der Gedanke, eine Frau für diese Männerdomäne gewinnen zu können, gut gefallen.

 

Wie wird der Flug ins All genau ablaufen?

 

 Der Flug dauert ca. 3 Stunden. Das Trägerflugzeug White Knight wird uns auf 15 km Höhe bringen. Dort wird das Space Ship abgekoppelt, befindet sich für mehrere Sekunden im freien Fall, zündet dann die Raketentriebwerke, durchbricht innerhalb von acht Sekunden die Schallmauer und schießt schließlich senkrecht mit nahezu vierfacher Schallgeschwindigkeit (ca. 5.000km/h) weitere 100 km hinaus ins All. Die Beschleunigungskräfte des Raketenantriebs werden uns in die Sitze pressen und ich werde den Himmel vorbei rasen sehen, erst hellblau, dann dunkelblau, lila und schließlich am helllichten Tage schwarz. Im All setzt die Schwerelosigkeit ein und man hat einen Blick von 1.000 Meilen in jede Richtung, bei dem man die Sonne und den Mond, die Erde und die Sterne gleichzeitig sehen kann. Und dann ist da diese einzigartige Stille. 

 

 Wie trainieren Sie Körper und Psyche, wie halten Sie sich fit?

 

Sonja Rohde: Wir haben regelmäßig Trainingseinheiten, die von Virgin Galactic organisiert werden, zum Beispiel habe ich ein Schwerelosigkeitstraining im Kennedy Space Center in Cape Canaveral absolviert und ein Zentrifugentraining in Philadelphia bei der NASTAR. Ich mache Krafttraining und treibe regelmäßig Ausdauersport. Was die Psyche betrifft, so besteht grundsätzlich natürlich die Gefahr des Sensory-Overload. In diesem Fall kommt mir sicherlich zugute, dass ich generell alles liebe, was mit Geschwindigkeit zu tun hat, und auch schon etwas „abenteuererprobt“ bin. Insofern stellt der Weltraum-Trip für mich keinen Stress dar, sondern versetzt mich eher in eine euphorische Stimmung.

 

Wie denken Sie, werden Sie von Ihrem ersten Weltraum-Ausflug profitieren?

 

Sonja Rohde: Eine solche Reise ist sicherlich das, was man als Life-Changing Experience bezeichnet. Sie wird eine tief greifende, persönliche Erfahrung sein und dazu beitragen, ein größeres Verständnis für unsere Welt zu bekommen und die Schönheit und Zerbrechlichkeit unserer Erde noch mehr zu schätzen.

 

Wie lautet Ihr Lebensmotto:

 

Sonja Rohde: You can’t add days to your life, but you can add life to your days.