Deutschlands jüngste Wissenschaftsautorin

 Silvia Arroyo Cameo


Deutschlands jüngste Wissenschaftsautorin

Mit 17 Jahren begann sie eine Trilogie über Quantenphysik zu schreiben, die 2006 unter dem Titel "skurrile Quantenwelten" erschien. Für Silvia Arroyo Camejo ist dies "Ein ganz normaler Prozess und Logische Folge ihrer Entwicklung". Schließlich hat sie sich schon in ihrer Jugend mit die Ratgeber über den Kosmos beschäftigt und alles was greifbar war über Quantenphysik gelesen. Das erste Buch schrieb sie, um Eindrücke zusammen zu fassen ", dann nahm alles doch eine eigene Dynamik an ...

Wie kommt eine 17jährige dazu, eine Trilogie über Quantenphysik zu schreiben?

 

S.Arroyo Cameo: Schon als kleines Mädchen wollte ich wissen, wie die Welt, in der wir leben, funktioniert. Was steckt hinter den Dingen? Wie hat alles begonnen? Ich lernte dann, dass es zwei fundamentale Theorien gibt, die alles beschreiben: Die allgemeine Relativitätstheorie und die Quantenmechanik. Unter der allgemeinen Relativitätstheorie konnte ich mir schon mit 14 Jahren aus populärwissenschaftlichen Kosmologiebüchern „etwas vorstellen“ (Relativität der Raum-Zeit in Abhängigkeit von großen Massen und Beschleunigungen). Aber was die Quantenmechanik eigentlich aussagen sollte, das war mir noch sehr rätselhaft. Daher las ich alles, was ich in Buchhandlungen und Bibliotheken finden konnte und empfand immer mehr Begeisterung für die Quantenphysik, bis ich im Alter von 17 Jahren so viel gelesen hatte, dass ich das Bedürfnis verspürte meine Gedanken zu ordnen und sie in Form eines kohärenten Textes auszuarbeiten. Dies war der Ursprung der „Skurrilen Quantenwelt“.

 

Hatten Sie Vorbilder?

 

S.Arroyo Cameo: Vorbildhafte Figuren waren für mich natürlich vor allem die Hauptakteure in der Quantenmechanik wie Heisenberg, Bohr, Einstein, Schrödinger und Co., welche diese ganz neue Facette der Natur, die umwerfende und faszinierende physikalische Theorie des Mikrokosmos entdeckten. Aber auch individuelle Querdenker wie Everett und Bohm haben mich sehr beeindruckt und inspiriert.

 

Mit Ihrem Statement, dass „Einstein in einem Punkt doch unrecht hatte…“ haben Sie die Fachwelt in Aufruhr gebracht. Worum ging es?

 

S.Arroyo Cameo: Einstein hat sich zeit seines Lebens gegen die Behauptung gesträubt, dass ein durch die Quantenmechanik postulierter „objektiver Zufall“ tatsächlich existiert. Inzwischen wurde durch einschlägige Experimente (Aspect et al. 1982) bewiesen, dass ein solcher Zufall doch Teil unserer physikalischen Realität ist.

Wie hat das Schreiben der Trilogie über Quantenphysik Ihr Leben beeinflusst?

 

S.Arroyo Cameo: Einerseits habe ich durch meine intensiven Studien und Recherchen an fachlichem Wissen gewonnen. Andererseits ist es ein Motivationsgewinn zu erkennen, dass man ein sehr hohes Ziel, das man sich in den Kopf gesetzt hat, auch tatsächlich erreichen kann. Dass man sich ein scheinbar nur schwer begreifliches Themengebiet tatsächlich selbständig erarbeiten und erschließen kann. Das durchgehend positive Feedback meiner Leser aus den verschiedensten Altersgruppen macht mich sehr froh. Es ist schön zu wissen, dass mein Buch in vielen Menschen das Interesse für die moderne Physik weckt und ich ihnen damit einen neuen Zugang zur Wissenschaft schenken kann.

 

Was studieren Sie derzeit und welche Projekte haben Sie auf dem Plan, wird es eine Fortsetzung der Trilogie geben?

 

S.Arroyo Cameo: Nach meinem Bachelor-Abschluss an der Humboldt-Universität zu Berlin und einem halbjährigen Forschungsaufenthalt am MIT-Harvard Center for Ultracold Atoms in Boston, Massachusetts fahre ich nun im Masterprogramm der Universität Wien mit meinem Physikstudium fort. Für meine Master-Arbeit plane ich im Jahr 2010 Boston zurückzukehren.

 

Wie stellen Sie sich ihre berufliche Zukunft vor?

 

S.Arroyo Cameo: Sicherlich interessiert mich nach wir vor das Gebiet der Quantenoptik und Quanteninformation am meisten. Als sehr reizvoll empfinde ich aber auch moderne Anwendungen physikalischer Prinzipien für medizinische Zwecke, z.B. im Bereich der medizinischen Bildgebung oder auch der Krebstherapie. Insofern fasziniert mich die Idee Erkenntnisse aus der Quantenoptik in das interdisziplinäre Feld der medizinische Physik einzubringen und damit neue Horizonte aufzureißen.